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Was macht den Mann zum Mann?
Streckt man das gesamte menschliche Erbgut auf 2.000 km, sind es gerade mal
27 Zentimeter die den körperlichen Unterschied zwischen Mann und Frau
ausmachen. Die so genannte "Sex determinierende (bestimmende) Region" (SRY)
auf dem Y-Chromosom ist ein Gen, das nur Männer in sich tragen. Es sorgt
bereits in der sechsten Schwangerschaftswoche dafür, dass die Bildung
der Hoden beginnt und der Mann zum Manne wird. Wissenschaftler haben in den
letzten Jahren über 100 verschiedene Gene auf dem kleinsten aller Chromosomen
entdeckt, die Körper und Psyche des Trägers vermännlichen.
Das "starke" Geschlecht?
Männer werden auch heute noch oft als das starke Geschlecht bezeichnet und so sehen sie sich auch gerne selbst! Allerdings scheint - rein biologisch - eher das Gegenteil der Fall zu sein. Die Frau hat mit der XX-Kombination zweimal den identischen Chromosomenstrang zur Verfügung. Wenn ein Gen auf einem X-Chromosom schadhaft ist, wird es durch das Gen auf dem anderen Strang ersetzt. So tritt bei der Frau auch jede Erbanlage doppelt auf. Dem Mann - Träger der XY-Kombination - fehlt dieses Äquivalent. Genetische Erkrankungen, die auf dem X-Chromosom verankert sind, wie z. B. die Bluterkrankheit, treten deshalb vorrangig bei Männern auf.
Die körperlichen Unterschiede sind also klar. Doch was unterscheidet Mann und Frau sonst noch? Die Liste der vermeintlich "typisch weiblichen" und "typisch männlichen" Eigenschaften ist lang. Lässt es sich darauf beschränken, dass Frauen schlecht einparken und gerne Liebesschnulzen anschauen? Oder Männer nicht zuhören und Fußball lieben? Wohl kaum. Die meisten Menschen werden bereits von Kindesbeinen an von ihrem Umfeld beeinflusst.
Bagger oder Barbie?
Kinder erkennen sehr früh die körperlichen Unterschiede zwischen
Mann und Frau, sind aber in der Ausprägung ihrer Geschlechterrollen
noch nicht festgelegt. Doch auch die Verhaltensunterschiede der Eltern
fallen den Kleinen recht schnell auf. Sie orientieren sich in ihrem Verhalten
an dem für sie "passenden" Elternteil. Ist der Familienalltag
eher von traditionellem Rollenverhalten bestimmt, merken sich unsere
Jüngsten diese Verteilung und nehmen sie als normal und richtig
wahr. Werden die Aufgaben eher partnerschaftlich verteilt, prägt
das auch das Rollenverständnis der Kinder. Dieses Rollenverständnis
beginnt mit den schon genannten typischen Stärken und Schwächen,
führt aber schnell auch zu Bewertungen. In der Verhaltensforschung
spricht man von so genannten Geschlechtsstereotypen:
Ein Mann wird laut - eine Frau hysterisch. Eine Frau ist sensibel - ein
Mann verliert die Fassung.
Traummann gefällig?
Kann ein Mann also ein ganzer Kerl sein und trotzdem die Spülmaschine ausräumen? Darf er traurig sein ohne gleich die "Fassung zu verlieren"? Er darf und kann! Die Definition von Männlichkeit hat sich schon längst der Gegenwart angepasst. Der Traummann ist nicht mehr der, der die Familie ernährt, sich dafür aus der Erziehung heraushält und eventuelle Probleme mit sich selber ausmacht. Der Mann von heute beeindruckt das andere Geschlecht, indem er sich für Hausarbeit nicht zu schade ist, Schwächen offen zugibt und auch mal Gefühle zeigt.
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