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Wer wird denn gleich in die Luft gehen?
Wortgefechte, Türenschlagen, eisiges Schweigen - Streit zwischen Liebenden. Wir sind genervt, enttäuscht oder verletzt und drücken dies meist sehr unterschiedlich aus. Mann wie Frau fürchten solche Situationen. Dabei sind Auseinandersetzungen in einer Beziehung durchaus nicht ungesund. Oft ist es eher die Form wie wir einen Streit austragen, die zu Bauchschmerzen führt.
Für Experten sagt die Art wie wir uns auseinandersetzen sehr viel über die Beziehung aus. Alarmierend sei es vor allen Dingen, wenn Tonfall, Körperhaltung und Blick abfällig, gar respektlos werden. Auch Spott und Sarkasmus wirken sehr verächtlich und verletzend. Solche Verachtung und Respektlosigkeit reißen oft ein Loch, das nicht zu kitten ist.
Auch wenn sich ein Paar um augenscheinlich alltägliche Dinge streitet, verbergen sich dahinter meist viel tiefer sitzende Probleme. Fundamentale Unterschiede in Lebenseinstellung, Bedürfnissen oder Wertesystem machen es sehr schwierig über die anfänglich blinde Verliebtheit hinaus eine Beziehung aufzubauen. Mit der Zeit bekommt das bedingungslose Verständnis für den Partner Risse und die Kritik an dem Menschen, mit dem man die meiste Zeit verbringt, wird oft gnadenlos geäußert.
Ständige Kritik ist schwer zu ertragen, sie macht mürbe und kostet
viel Kraft. Im Alltag brauchen wir genau das Gegenteil. Eine starke und glückliche
Beziehung lebt vom Zuspruch und der Anerkennung des Partners. Wir brauchen
positives Feedback zur eigenen Person, wollen uns bestätigt fühlen.
Was nicht heißt, dass sich der andere alles gefallen lassen muss. Es
ist nur eine Sache des Wie. Für eine "gute" Auseinandersetzung
ist es wichtig, sich um die Sache zu streiten und sich nicht in allgemeinen
Vorwürfen zu verlieren. "Ich fand Dein Verhalten vor Deinen Freunden
mir gegenüber heute arrogant. Das hat mich verletzt." ist eine Beschwerde über
die Situation.
"Immer bist Du so arrogant" ist eine Kritik an der Person. So eine allgemeine Anklage führt meist nur zu Gegenvorwürfen. Eine konkrete Beschwerde dagegen ist nachvollziehbar, der andere kann es das nächste Mal besser machen.
Eine Glücksformel für funktionierende Beziehungen soll der Beziehungsforscher Prof. Gottman aus Seattle gefunden haben. Die so genannte Gottman-Konstante heißt 5:1. Wer dem Partner ein negatives Erlebnis, in Form von Kritik oder verletzendem Verhalten, beschert, muss ihm im Gegenzug dazu fünf positive Erlebnisse schenken. Kleine Reparaturmechanismen die viel bewirken! Ein weiteres Geheimnis der glücklich Streitenden ist es, sich gegenseitig beeinflussen aber nicht komplett umkrempeln zu wollen. Sich gegenseitig zu achten und die Liebe für den anderen immer im Blick zu haben. Die Liebe zu pflegen und dem Geliebten zu zeigen, dass man das gerne tut. So macht auch die Versöhnung nach einem reinigenden Beziehungsgewitter richtig Spaß.
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