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Einfach dufte
Wie Gerüche unser Leben beeinflussen
Die Bedeutung der Düfte zieht sich durch unser gesamtes
Leben. Schon bevor wir anfangen selbstständig zu atmen, bahnen sich
die Spermien per Duftspur den Weg zur Eizelle. Später beeinflussen
Düfte unser Leben, indem wir sie mit bestimmten Situationen,
Bildern und Menschen in Zusammenhang bringen.
Wie funktioniert unsere Nase?
Mit jedem Atemzug nehmen wir unzählige Duftmoleküle auf und aktivieren damit spezielle Riechzellen in der Nase. Diese geben direkte Signale an das Gehirn, das einen gewissen Riecheindruck abspeichert und jederzeit wieder abgerufen kann. Unser Geruchssinn arbeitet vorwiegend im Hintergrund und fällt nur dann auf, wenn wir etwas als besonders gut oder schlecht riechend empfinden. Es entstehen Bilder vor unserem inneren Auge, die wir mit durchlebten Situationen in Verbindung bringen. Ein geschickter Schachzug der Natur verhindert so, dass traumatische Ereignisse gelöscht werden. Sobald wir einen im Gehirn als negativ gespeicherten Geruch wahrnehmen, werden wir an die entsprechende gefährliche Situation erinnert und können sofort reagieren. Beispiele aus der Praxis finden wir in jeder Küche: Die sauer gewordene Milch werden wir nicht trinken, und angebranntes Essen nehmen wir auch als erstes mit der Nase wahr.
Doch Gerüche können auch schöne Erinnerungen in uns wecken.
Wer hat sich nicht schon in bestimmten "Duftsituationen" an schöne
Kindheitserlebnisse erinnert und sofort ein Lächeln auf den Lippen gehabt.
Ebenso verführt uns die Jahreszeit, bestimmte Düfte zu bevorzugen.
Nahezu jeder verbindet mit den Gerüchen von Zimt, Nelken und Nadelduft
die Weihnachtszeit. Im Sommer hingegen müssen die Düfte eher weicher
und luftiger ausfallen. Dann beflügeln Orangenblüten-, Zitronen-
oder Rosenduft unsere Stimmung zusätzlich.
Gestörte Sinne
Funktioniert unser Geruchssinn nicht einwandfrei, wird unser Leben aus dem Gleichgewicht gebracht. Wir können Gerüche, die uns warnen sollen, nicht identifizieren. Die so genannte "Geruchsblindheit" kann sogar zur Depression führen - denn die schönen "Dufterinnerungen" fehlen. Ursachen für mögliche Riechstörungen können ein Schädeltrauma, eine Grippe oder eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung sein. Aber auch ein gestörter Hormonhaushalt, Zahnerkrankungen, Diabetes oder bestimmte Chemikalien bzw. Medikamente können Auslöser für die Störung des Geruchsinns sein. Häufig handelt es sich um vorübergehende Riechstörungen, dann lässt sich die Ursache bekämpfen, indem man eine Erkrankung ausheilt oder ein Medikament austauscht.
Düfte beeinflussen ganz wesentlich unsere Partnerwahl. Schon das Sprichwort: "Ich
kann dich nicht riechen", ist wissenschaftlich fundiert. Wird der Geruch
einer Person mit schönen und angenehmen Erinnerungen in Verbindung gebracht,
so wird die Person zumeist als sympathisch eingestuft. Empfinden wir den Geruch
einer Person jedoch als unangenehm, so führt das meist unweigerlich zu
innerer Ablehnung. Für die Frau steht, laut einer Studie der Berliner
Charité, zudem der Geruch des Mannes ganz oben beim Ranking der Sex-Faktoren.
Erotisierend wirken die Düfte Ambra, Ingwer, Jasmin, Moschus, Patchouli,
Sandelholz, Vetiver, Ylang-Ylang oder Zimt.
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