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Weltmeister interruptus?

Sex vor Wettkämpfen ist nicht schädlich

Frau zeigt rote KarteEin Ball - 22 Männer - ein Ziel: das Runde muss ins Eckige. Und dabei sollen Wetteifer und Kampfeslust den Jungs eine große Hilfe sein. Deshalb gab es schon unter Sepp Herberger die Prämisse: Die Nationalmannschaft ist vor dem Spiel unter Verschluss zu halten. Sex vor großen sportlichen Entscheidungen macht schlapp und untergräbt die Kampfmoral.

Doch wie kamen Herberger, Schön & Co. zu dieser Einsicht? Der Mythos, Sex verringere die sportliche Leistung, geht bis auf griechische und römische Philosophen zurück: Die antiken Geistesgrößen verdammten den Verlust von Körpersäften als Schwächung.

Wissenschaftlich gibt es für diese Einstellung keine Beweise. Kanadischen Sportmedizinern zufolge beeinflusst der Koitus keinen der für sportliche Leistungen relevanten Vorgänge im Körper.


Sie sehen allerdings einen "negativen" psychologischen Effekt: "Sex beruhigt und hilft Aggressionen abzubauen - beides wirkt sich auf die Kampfmoral nachteilig aus." Vielleicht im Sinne von Fair Play gar nicht schlecht? Damit sich unsere Kicker also nicht reihenweise rote Karten abholen, täte der Nationaltrainer der neuen Generation gut daran, sich auch in dieser Frage nicht an seine Vorgänger zu halten.

Paar beim LiebesspielDer israelische Sportarzt Alexander Olshanietzky stellte bei der Olympiade 2000 in Sydney fest, dass sich Sex in der Nacht vor einem Wettkampf positiv auf die Ergebnisse seiner Sportler auswirkte. Besonders Frauen, die in der Nacht vor dem Wettkampf einen Orgasmus hatten, konnten schneller laufen und höher springen. Aber die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen hat unseren WM-Jungs eh schon etwas voraus: Sie sind amtierender Weltmeister und sechsfacher Europameister!

Quelle: BBC-News, Gesundheitszeitung, dfb.de

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